Der alte Wunsch: einen Klassiker hören, als wär’s zum ersten Mal. Eine Unmöglichkeit, aber eine schöne und nützliche Vorstellung. Wo es um Interpretation geht, mag mein Lieblingssatz von Fritz Kortner auch über das Theater hinaus für die geschriebene Musik gelten («Alles auseinander nehmen und wieder zusammensetzen. Aber nicht richtig»). Was, wenn der Klassiker ein Stück Musik ist, bei dem Erfindung und Interpretation zusammenfallen? Wenn der einzige Interpretationsspielraum eine erlebte Differenz des Rezipienten ist: meine Erinnerung und die jetzige Wahrnehmung? Wie ist was ich erinnere und was ich meine zu erinnern, und ist die erinnernde Wahrnehmung nicht auch die subjektivste ...