Die neue Bundesrätin Simonetta Sommaruga ist eine aussergewöhnliche Sozialdemokratin. Sie hatte vor neun Jahren den Mut, den linken Flügel ihrer Partei mit einem Thesenpapier zu provozieren, das unter anderem die Staatsgläubigkeit der SP und die blauäugige Haltung zur Einwanderung kritisierte. Als Mitautorin des sogenannten Gurten-Manifests hat sich die designierte Bundesrätin als Linksliberale profiliert. Das Aufweichen verstaubter und dogmatischer Positionen zugunsten einer pragmatischen Haltung hat nicht nur linke Sozialdemokraten verschreckt, sondern auch manche Bürgerliche. Selbst wenn es Sommaruga nicht gelungen ist, die Partei auf ihre Linie einzuschwören, nähert sie sich mit ...