Noch zwei Jahrzehnte später, als er längst von Krankheit zerfressen und zu einem Erzählwunder hochgejubelt worden war, würde Roberto Bolaño in seinen schlaflosen Nächten am Meer vor Barcelona darüber grübeln, welchen Verlauf sein Dasein genommen hätte, wenn er 1973 nicht in sein Heimatland Chile zurückgekehrt wäre, um das Morgengrauen von Allendes Demokratie zu erleben, das der terrorumnachteten Lethargie eines ganzen Kontinents ein Ende setzen sollte. Pinochets Militär tötete Allende und verwandelte Chile in eine Strafkolonie; Bolaño wurde verhaftet und hungerte in einem Gefängnis dahin, bis zwei Wachbeamte, ehemalige Schulkameraden («Ist das nicht Roberto, die Pappnase?»), ...