Es gibt Künstler, die einen Geniestreich landen und abtreten. Es gibt die Mozarts und Shakespeares, die nur Werke für die Ewigkeit herstellen. Dann gibt es die vielen, von denen gar nichts bleibt. Und es gibt Giorgio Vasari. Am 30. Juli 1511 als zweites von sechs Kindern eines kleinen Stoffhändlers in der 4000-Seelen-Provinz Arezzo geboren, war er, als er mit 63 starb, einer der mächtigsten Männer von Florenz, Ritter vom Goldenen Sporn, Michelangelo-Nachfolger beim Bau des Petersdoms, ein reicher Immobilienbesitzer mit vielen Freunden, Feinden und drei illegitimen Kindern.
In seiner Autobiografie stilisiert er sich zur geborenen Künstlernatur. Seine Briefe und das Geschäftsbuch, das ...