Als ich vor gut zwanzig Jahren mein Medizinstudium abschloss, waren Begriffe wie chronisches Müdigkeitssyndrom, chronisches Stresssyndrom oder Burnout so gut wie unbekannt. Heute können diese schon beinahe inflationär verwendeten Phänomene nicht mehr ignoriert werden. Viele Menschen sind dauernd müde, antriebs-, lust- und energielos. Dies hat menschliche, gesundheitliche, gesellschaftliche und nicht zuletzt ökonomische Probleme zur Folge. Bereits im März 2009 beschrieb die Süddeutsche Zeitung das Burnout als gesellschaftlich anerkannte Edelvariante der Depression und Verzweiflung, die auch im Moment des Scheiterns das Selbstbild unangetastet lasse. «Ich bin die Fratze der Verzweiflu ...