Der Schweizer Schriftsteller Gottfried Keller (1819–1890), kein Schwärmer, sondern hellsichtiger Sohn der Aufklärung, erkannte es deutlich: «Der Nationalcharakter der Schweizer besteht nicht in den ältesten Ahnen noch in den Sagen des Landes noch sonst in irgend etwas Materiellem, sondern er besteht in ihrer Liebe zur Freiheit, zur Unabhängigkeit. [. . .] Wenn ein Ausländer die schweizerische Staatseinrichtung liebt [. . .] und sich überhaupt einbürgert, so ist er ein so guter Schweizer als einer, dessen Väter schon bei Sempach gekämpft haben.» Das Umgekehrte allerdings war für Keller ebenso wahr. Sollte ein Schweizer sich «zu sehr behaglich und glücklich» find ...