Als Nikolai Lewtschenko zum ersten Mal für ein politisches Amt kandidierte, da waren einige seiner Landsleute mit den Einzelheiten demokratischer Wahlen noch nicht so recht vertraut. Man schrieb das Jahr 1997, Lewtschenko war gerade achtzehn Jahre alt und studierte an der Universität seiner ostukrainischen Heimatstadt Donezk Geschichte. Gemeinsam mit Freunden hatte er überall Wahlplakate angebracht, als ihn der Dekan der Hochschule dringend sprechen wollte. «Was hast du denn jetzt schon wieder angestellt?», fragte der Akademiker händeringend. «Die Polizei sucht dich. Überall hängt dein Steckbrief.»
Inzwischen sind Wahlen in der Ukraine zum Normalfall geworden. Niemand würde mehr W ...