Ein Tsunami im Hallwilersee? Luzern zerstört? Eine Todeswelle im Mittelmeer? Hypothetische Fragen dieser Art werden bei uns nach Naturkatastrophen am andern Ende der Welt gern gestellt. Dahinter steckt nicht nur billige Angstmache. Zum einen gibt es tatsächlich Berichte über Schweizer Tsunamis – etwa über die vier Meter hohe Welle nach einem Erdbeben und Erdrutschen im Vierwaldstättersee 1601. Zum andern gibt es ernstzunehmende Szenarien von Todeswellen, die in Europa gewaltige Schäden anrichten könnten.
So liegt das Marmarameer vor Istanbul über einer tektonischen Störungszone. Das unterseeische Beben, das früher oder später zu erwarten ist, dürfte aufgrund der Meerestiefe ein ...