Vor einigen Jahren moderierte ich ein Gespräch zwischen den Schriftstellern Navid Kermani und Martin Mosebach. Wir trafen uns in Mosebachs Wohnung im Frankfurter Westend, einer Art Miniatur-Palazzo, die Wände in pompejanischem Rot, kunstvolle Empire-Möbel, düstere Ölgemälde. Eine Umgebung wie aus dem 19. Jahrhundert, schwankende Bücherstapel, gläserne Briefbeschwerer, antike Bronzen. Ein Ort, so randvoll mit Schönheit und Geschichte, ich hätte mich nicht gewundert, wenn auf dem hoffnungslos überfüllten Schreibtisch ein Tintenfässchen samt Federkiel gestanden hätte.
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