Der Schweizer Künstler Johann Heinrich Füssli hatte eine Stalkerin. Sie bombardierte ihn mit Briefen, sie lauerte ihm auf, wo immer es ging. Sie war überzeugt, dass der fast zwanzig Jahre ältere Füssli der Mann ihres Lebens sei. Denn er glaubte genauso wie sie gegen Ende des 18. Jahrhunderts an die Errungenschaften der Französischen Revolution. Die Stalkerin hiess Mary Wollstonecraft (1757–1797), und ihr Opfer war Henry Fuseli, wie ihn die Engländer nannten, ein angesehener Künstler und Mitbegründer der Royal Academy an Londons Piccadilly. Auch Wollstonecraft war – trotz ihrer ländlichen Herkunft – in den besseren Gesellscha ...