Für Micheline Calmy-Rey muss die schlechte Botschaft wie ein Geschenk vom Himmel gefallen sein. Als die Sonntagspresse am 20. März vom angeblich korrupten Ex-Konsul von Lima berichtete, reagierte die Aussenministerin blitzartig. «Missbräuche gibt es auch in der Schweiz», liess sich die Bundesrätin bereits am nächsten Tag vom Tages-Anzeiger zitieren, «dennoch bedeutet die Visa-Zusammenarbeit im Rahmen von Schengen einen Sicherheitsgewinn.» Dank der Schengen-Datenbank VIS könnten Missbräuche schneller geortet werden. Damit war der deutsche Visa-Skandal, der für die Schengen-Verfechterin im dümmsten Moment aufgeflogen war, mit einem Schlag vom Tisch; in der Schweiz wurde nur noch � ...