Der schmucklose Raum des Bezirksgerichts Zürich an der Wengistrasse 30, den Milan Krizanek am 23. Februar 2023 betrat, gemahnt eher an ein zu eng geratenes Büro denn an einen Gerichtssaal. Die Schranken vor den Richterpulten sind nicht mehr als Reminiszenzen jener Kathedralen der Aufklärung, wo einst in aller Öffentlichkeit und Feierlichkeit um Recht und Gerechtigkeit gerungen wurde. Die karge Bestuhlung erinnert Rechtssuchende wie auch das Publikum vielmehr daran, dass sie hier höchstens noch geduldet sind. Im Geiste sind moderne Schweizer Richter längst graue Beamten, die ihre wichtigen Entscheide in abgeschotteten Kabinetten unter sich ausjassen und sich dabei ungern in die Ka ...