Den Anlass zu diesem Gruppenbild der Koryphäen mit skeptischer Dame kenne ich nicht. Den Zeitpunkt schon: 1963. Da standen Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt im Zenit ihres Ruhms. Wie nur noch Gottfried Keller und Jeremias Gotthelf im 19. Jahrhundert waren sie ein gegensätzliches, oft in einem Atemzug genanntes «Dioskuren»-Paar. Die Schweizer dominierten die deutsche Literatur, zumindest die (west-)deutsche Dramatik ihrer Zeit, wie nie mehr zwei Schweizer Autoren nach ihnen. Am 2. November 1961 wurde am Schauspielhaus Zürich Frischs «Andorra» uraufgeführt, nur ein gutes Vierteljahr später Dürrenmatts «Physiker». Nach Jahren der (nie überschwänglichen) «Arbeitskam ...