Wer als Filmmime zu höchsten Ehren kommen will, also zu Golden Globes und Oscars, der muss Schiffbruch erleiden, wie Kate Winslet in «Titanic» (1997), krank sein, wie Dustin Hoffman in «Rain Man» (1988), oder eine historische Figur verkörpern, wie Ben Kingsley in «Gandhi» (1982). Auf der hundertprozentig sicheren Seite ist man, wenn man alle drei Muster in einer Rolle bündelt. Dann entspricht der Film dem Respekts-Gipskopf, den der Bildungsbürger früher auf seiner Konsole hatte: der mit Einsamkeit und Tragik übertünchte Bismarck oder Churchill oder Goethe oder Shakespeare. Eine filmische Vergipsung von Margaret Thatcher ist die US-Schauspielerin Meryl Streep in «The Iron Lady» ...