Yener wirkt hinter seinem riesigen Schreibtisch auf den ersten Blick etwas verloren. Doch sobald er anfängt zu reden, füllt er den Raum, die Arme wedeln durch die Luft, alle Anwesendenwerden durch kurze Zwischenfragen in seinen Monolog einbezogen. Das kleine Büro ist gestopft voll. Ausser Yener, dem Bürgermeister des Dorfes Acarlar, sind noch der Polizeichef, ein Bezirksrichter, zwei Zivilpolizisten aus der Provinzhauptstadt Aydin und wir, zwei ausländische Journalisten, im Raum.
Bürgermeister Yener, ein kleiner Mann im braunen Anzug und mit gelb-schwarz gemusterter Krawatte, ist sichtlich nervös. Er redet über den wirtschaftlichen Aufstieg seines 9000-Seelen-Dorfes, über den grosse ...