Wenn nach dem Freistoss meines Sohnes die Blumen des Nachbarn flachliegen, sind die Ausreden voraussehbar: «Der Fussball ging nicht in die Blumen. Falls doch, ich war es nicht! Falls doch, ist es nicht so schlimm. Falls doch, kann man jetzt sowieso nichts mehr machen.» Die Mechanismen sind klar, die Psychologen nennen es «kognitive Dissonanz»: Man sucht nach Ausreden, um das eigene Verhalten zu rechtfertigen. Schliesslich fällt es schwer, auf die geliebten Freistösse zu verzichten. Obwohl der Sohnemann genau weiss, dass er seine fussballerischen Übungen ganz einfach anderswo verrichten müsste, um des Nachbars Blumen zu schützen.
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