Kein erschauernd-faszinierender Glanz lockt zur heimlichen Bewunderung derb-fröhlicher Herren, und keine Grandezza bestimmt das Ambiente süditalienischen Lebens. Stattdessen eine Geduldsprobe in rigoroser Ausführlichkeit und Wortkargheit – aber von überrumpelnder, magischer Überredungskunst: Francesco Munzis Mafiaepos «Anime nere» (Schwarze Seelen), nach dem gleichnamigen Roman von Gioacchino Criaco. Statt sanftem Licht fällt erdfarbenes auf verschlossene, abgewetzte Gesichter; auf ein karges Land und auf das Habitat, das den tiefen Süden kennzeichnet: Häuser aus Hohlblock- und Backsteinen, bei denen der Mörtel nicht reichte oder weggelassen wurde, was die Fassaden wie Hautkrank ...