Kaum ist von Kenny Werner die letzte CD erschienen, legt der vielseitige New Yorker die nächste vor. War die letzte ein Trio-Album mit dem lapidaren Titel «The Melody» (Weltwoche Nr. 33/15), enthält die neue ein Duo mit der Brasilianerin Joyce Moreno (Antônio Carlos Jobim: «eine der besten Sängerinnen aller Zeiten»). Sie heisst – nicht weniger umfassend, aber zutreffend – «Poesia». Werner, der mit seinen 63 Jahren einen langen Marsch durch die Institutionen des Jazz (und da vorwiegend die des modernen Mainstreams) hinter sich hat, ist ein Enthusiast der Melodie und der Poesie, will sagen: der unverschämten Schönheit. Dafür steht seine Zusammenarbeit mit Toots Thielemans ...