Es war der letzte grosse Urteilsspruch am Haager Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien. «Schuldig, schuldig, schuldig» in zehn von elf Anklagepunkten, so befanden die Richter, sei der einstige Oberbefehlshaber der bosnischen Serben, Ratko Mladic. Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Verstösse gegen die Genfer Konventionen. Er erhielt lebenslänglich. Ein Jahr davor hatte der damalige «Präsident» der bosnischen Serbenrepublik, Radovan Karadzic, mit fast wortgleicher Begründung eine Haftstrafe von vierzig Jahren erhalten.
Es zählt zu den Absonderlichkeiten des Gerichtshofes, dass Völkermord bei Karadzic «nur» mit vierzig Jahren bestraft wurde, bei Mladic ...