Am Tatort haben Trauernde Blumen, Porträts des Ermordeten und rote tunesische Fahnen abgelegt. Geschmolzenes Kerzenwachs klebt am Boden des Parkplatzes, auf dem der linke Oppositionspolitiker vor einer Woche niedergestreckt wurde. Nichts hat Tunesien, das Geburtsland des arabischen Frühlings, seit dem Beginn der Jasminrevolution Ende 2010 so erschüttert wie das Attentat auf den scharfzüngigen Regierungskritiker.
«Ganz Tunesien im Visier»
Doch diesmal zeigen die Finger nicht auf einen korrupten Diktator wie Zine al-Abidine Ben Ali, sondern auf die islamistische Nahda-Partei, die mit Abstand stärkste politische Formation des Landes. Die Partei der tunesischen Muslimbrüder ...