Maria Stuart war Friedrich Schillers sinnlichste Königin, doch jetzt ist Barbara Frey an der Macht . . . und Maria steht da wie eine Strumpfverkäuferin. Sex-Appeal sieht anders aus. Dafür ist die Sicht frei auf die Abgründe dahinter. Und das ist das Beste, was Schiller passieren kann – und Zürich. Der Dichter zwar ist schon tot, doch für die Stadt besteht durchaus noch Hoffnung. Hoffnung, dass sie das Theater wiederentdeckt, ein Theater, das von seiner Genauigkeit lebt und von der Geschichte hinter dem Drama.
Freys Talent ist gross, und ihr grösstes steckt in «Maria Stuart»: Sie leuchtet ihre (vermeintlich) toten Seelenwinkel aus. Deshalb kann sie auf das Brimborium verzichten, d ...