Wenige Wochen vor den US-Präsidentschaftswahlen ist es angebracht, einen Blick auf die transatlantischen Beziehungen zu werfen. Unter George W. Bush sah sich Europa veranlasst, Amerika als unilateralistischen Kraftprotz zu betrachten, der sich in aussenpolitischen Fragen wenig um die Meinung anderer schert und nicht bereit ist, sich in internationale Strukturen einzufügen. Aussenpolitische Konflikte haben die Europäer in ihrer Ansicht bestärkt, dass man nicht nur in bestimmten politischen Fragen anderer Meinung ist; Europa und Amerika, glaubte man, seien überhaupt verschiedene Gesellschaften, die immer weniger verbindet. Das transatlantische Verhältnis wird sich, unabhängig vom Ausgan ...