Politische Dynastien spielen in Graubünden nicht erst seit der jüngsten Vergangenheit eine Rolle. In keinem Kanton haben einzelne Familien über so lange Zeit das politische Geschehen so stark geprägt wie hier. Die Namen sind legendär: von Salis, von Planta, von Sprecher, von Castelberg. Besonders die von Planta und die von Salis haben sich etwa seit dem 15. Jahrhundert für gut 300 Jahre die Macht in Graubünden geteilt. Ursprünglich dem niederen, sogenannten Ministerialenadel des Reiches entstammend, als treue Diener der Bischöfe von Chur bewährt, gelang es ihnen, die «demokratische» Umwandlung Rätiens im späten Mittelalter in einen von Bauern und Churer Stadtbürgern beherrscht ...