Die Erdeals Energietank?
WIRTSCHAFT.
Positive Aussichten mit Blick auf potenzielle Energiespeicher: «Der Erdkern ist ein riesiges verstecktes Wasserstoffreservoir», so überschrieb jüngst die ETH Zürich einen Text zu neuen Forschungsergebnissen. Im Erdkern stecke viel mehr Wasserstoff als bisher vermutet, wurde aus einer Analyse der Forschungsgruppe um Motohiko Murakami, Professor am Departement Erd- und Planetenwissenschaften der ETH Zürich, zitiert. Experimente zeigten, in welcher Form Wasserstoff im Erdkern vorliege.
Seit Jahrzehnten werde diskutiert, wie viel Wasserstoff der Erdkern enthalte und wie er dorthin gekommen sei. Die Befunde legten nahe, dass das Element sehr früh während der Erdentstehung und in grosser Menge in den Kern gelangt sei. (Vgl. dazu «Der Brennstoff aus dem Urknall» von Prof. Kathrin Altwegg in Weltwoche Grün Nr. 3/23; https://l1nq.com/6dNx5)
Weniger Temperaturpanik
GESELLSCHAFT.
Es gibt Anzeichen einer weniger hektischen Nachrichtenlage zur globalen Temperatur. Fritz Vahrenholt, deutscher Chemiker, Honorarprofessor an der Universität Hamburg und früherer Umweltsenator, veröffentlicht monatlich seinen Newsletter zur Entwicklung der globalen Temperatur, beruhend auf Satellitenmessungen bezogen auf die Schicht der unteren Atmosphäre.
Zum Dezember schrieb er: «Die globale Temperatur hat sich im Dezember 2025 weiter deutlich verringert. Sie liegt nur noch um 0,3 Grad Celsius höher als das langjährige Mittel. Das Jahr 2025 war insgesamt deutlich kühler als 2024. Der Abkühlungstrend wird fortgesetzt.» Zum Januar dann die Notiz: Die Temperatur sei leicht erhöht, sie liege nun um 0,35 Grad Celsius höher als das langjährige Mittel. Aber: «Der Abkühlungstrend ist noch ungebrochen.»
Pflanzen mit mehr Strom
TECHNOLOGIE.
Pflanzen technisch aufrüsten? Eine Forschungsgruppe der Freien Universität Bozen um Manuela Ciocca arbeitet daran, Nanomaterialien in photosynthetische Systeme einzubauen und so biohybride Pflanzen zu schaffen. Versuchsobjekt ist die Ackerschmalwand, die durch synthetische Nanopartikel aus einem leitfähigen organischen Polymer ergänzt wurde.
Die Partikel gelangen mit dem Wasser über die Pflanzenwurzeln bis in die Blätter und sollen da die Absorption der Sonnenstrahlung durch die Pflanze verbessern. Die so entwickelten Biohybridpflanzen zeigten laut den Angaben eine 45-prozentige Zunahme der Wurzellänge, was einer Steigerung der Biomasseproduktion von bis zu 17 Prozent im Vergleich zur Kontrollgruppe entspreche. Das könne Wege zur Verbesserung der CO2-Abscheidung und Sauerstoffproduktion aufzeigen.
Gute Pilze gegen böse Pilze
WISSEN.
Pilze als Helfer beim Schützen vor unwillkommenen Pilzen – Ziel sind geeignete Allianzen im Kampf gegen Krankheiten. Wie die Universität Innsbruck kürzlich meldete, bedroht der Fichtennadelblasenrost immer mehr einheimische Fichtenwälder. Diese Pilzerkrankung zeige sich in rostig verfärbten Nadeln und schade der Vitalität der Bäume.
Doch einige Fichten schienen resistent zu sein. Ein Innsbrucker Forschungsteam am Institut für Pharmazie um den Chemiker Mostafa Alilou habe nun entdeckt, woran das liege: Eine gutartige Pilzart schütze den Baum, indem sie das Wachstum des Nadelrostpilzes hemme. Man kann sie also als «freundliche», symbiotische Mikroorganismen ansehen. Die Forschung suche nun Wege, um weitere Fungizide zu identifizieren, um so Fichtenwälder biologisch und nachhaltig zu schützen.

