Seit 25 Tagen liegt er in Bett Nummer zwei im US-Feldlazarett in Balad, 70 Kilometer nördlich von Bagdad. Er heisst Goran, 32, ist Kurde und hat bezahlt, was einige im Irak zynisch den «Aufbaupreis» nennen. Für die einen ist Goran ein Verräter, für die anderen ein Held. An seiner Seite sitzt Vater Hussein und massiert ihm die Beine. Manchmal, wenn die Stunden nicht verstreichen wollen, erzählt Vater Hussein eine Geschichte oder macht einen Witz, und über Gorans Gesicht huscht ein Lächeln. Lachen darf er nicht, das haben ihm die Krankenschwestern verboten.
Goran, was ist mit Ihnen geschehen?Ich wurde von fünf Schüssen in den Rücken getroffen, vier Kugeln kamen vorne wieder raus, ...