Er war 40, sie kaum 16. Er betörte sie mit stahlblauen Augen. Sie, Tochter aus verarmtem Adel, blendete ihn mit einer Haut wie Alabaster. Von jenem klirrenden Wintertag 1865 an, als sich ihre Blicke trafen, konnten Alexander II. und Ekaterina «Katja» Dolgorukaja nicht mehr voneinander lassen.
Täglich traf er «mein freches Luder» in «unserem Nest», das er ihr am Englischen Ufer in St. Petersburg gemietet hatte. Und sobald sich ihre Körper trennen mussten, floss die Sinnlichkeit in Form von Tinte weiter. «Ich muss gestehen, diese Erinnerungen erwecken erneut meine Gier, in deine berauschende ‹coquillage› zu tauchen», schrieb der Zar. «Oh, oh, oh, es bringt mich zum Lächeln, ic ...