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Viktor Orbáns grosse Rede in Dallas

Viktor Orbáns grosse Rede in Dallas

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hat an der wichtigsten Veranstaltung der amerikanischen Konservativen in Dallas, grosse Ehre, kürzlich eine Rede halten dürfen. Sie war hervorragend. Selbstbewusst und humorvoll plädierte er für die Werte des Westens: Christentum, Freiheit, traditionelle Familie, tiefe Steuern. Er beschwor die Republikaner, den Krieg in der Ukraine nicht durch Waffenlieferungen und Sanktionen, sondern durch Verhandlungen mit Russland zu beenden.

Viktor Orbáns grosse Rede in Dallas

«Ich bin ein altmodischer Freiheitskämpfer», begann Orbán seine Ausführungen und bedankte sich mehrfach bei den Gastgebern, «den bedeutendsten Konservativen der USA». Orbán sieht den Westen «im Krieg mit sich selbst». Die Linke habe einen «Kulturkampf» gegen die «christlichen Wurzeln unserer Zivilisation» entfesselt, und um diesen Kulturkampf zu gewinnen, müssten die Konservativen an genau diesen christlichen Fundamenten festhalten.

«Wir müssen unseren jüdisch-christlichen Lehren vertrauen», rief Orbán den Republikanern zu, «denn diese Lehren helfen uns, zu entscheiden, welche unserer Handlungen gut und welche böse sind.» Wer an Gott glaube, könne kein Rassist sein, er könne auch nicht einfach tun, was er wolle. Es gebe Grenzen, und es sei kein Zufall, dass die grössten Verbrechen der Menschheit von Nazis und Kommunisten verübt worden seien, die das Christentum gehasst hätten.

Seinen grössten Gegenspieler, George Soros, nannte Orbán den «reichsten und einen der weltweit talentiertesten Ungarn» mit einer «Armee» von «Geld, NGOs, Universitäten, Forschungseinrichtungen und der halben Brüsseler Bürokratie » zur eigenen Verfügung: «Er glaubt, die Werte, die uns teuer sind, führten zu den Schrecken des 20. Jahrhunderts. Aber es ist genau umgekehrt. Unsere Werte bewahren uns davor, die Fehler der Geschichte zu wiederholen.»

Orbán riet den Konservativen, mit aller Entschlossenheit den Kampf gegen die linken Revolutionäre und ihre liberalen Verbündeten aufzunehmen. Die Politik als Feld der Auseinandersetzung genüge nicht. «Dies ist ein Kulturkrieg. Wir müssen unsere Kirchen wiederbeleben, unsere Familien, unsere Universitäten und unsere gesellschaftlichen Institutionen. » Ungarn sei eine alte, stolze, aber nur David-kleine Nation. Sie stehe allein gegen den globalistischen «Woke-Goliath» der «Freiheitsfeinde».

Orbán verteidigte seine Asylpolitik der kontrollierten Landesgrenzen, Ungarns «Nulltoleranz-Politik gegen Rassismus und Antisemitismus ». Versuchen, den Kindern an den Schulen Gender-Theorien aufzunötigen, erteilte er eine Absage: «Kurzum: Die Mutter ist eine Frau, der Vater ist ein Mann, und lasst unsere Kinder in Ruhe!» Statt Ideologien gelte der Rechtsstaat: «Wir brauchen nicht mehr Geschlechter, sondern mehr Polizisten, weniger Dragqueens, mehr Chuck Norris.»

Die Rechte dürfe den Kampf gegen die «liberale Linke» nicht mit linksliberalen Mitteln führen, sondern müsse den eigenen Regeln folgen. «Unsere Gegner benutzen die liberalen, freiheitlichen Institutionen, die liberalen Ideen und die liberale Sprache, um ihre hegemonialen marxistischen Pläne zu verbergen.» Die «Progressiven» wollten, «wie die Nazis und die Kommunisten», die westlichen Werte beerdigen, um eine neue, «postwestliche Welt» zu errichten.

«Wer stoppt sie, wenn nicht wir?»

Zum Krieg in der Ukraine fügte Orbán hinzu, dass er nicht an eine militärische Lösung oder an Sanktionen glaube. «In meinen Augen verlängert und eskaliert die Strategie der globalistischen Führer den Krieg. Sie vermindert die Chancen auf einen Frieden.» Ohne amerikanisch-russische Gespräche werde es «nie Frieden» geben in der Ukraine. «Immer mehr Menschen werden sterben und leiden, und unsere Wirtschaften kommen an den Rand des Untergangs.»

Auf dem «Weg des geringsten Widerstandes» werde man den Sieg nicht finden. «Wir müssen die Institutionen in Washington und Brüssel zurückgewinnen. Wir brauchen einander als Freunde und Verbündete.» Die US-Wahlen und die EU-Parlamentswahlen in zwei Jahren sieht Orbán als die «beiden Fronten in der Schlacht um die westliche Zivilisation». Es werde schwer, doch Orbán erinnerte an Papst Johannes Paul II.: «Es gibt keinen Feind, den Christus nicht schon besiegt hätte.»

Bezeichnenderweise konnten die meisten europäischen Medien nichts mit Orbáns Rede anfangen. Die Frankfurter Allgemeine sprach abfällig von «Kriegsrhetorik». Andere deutsche Zeitungen kanzelten Ungarns Premier als «Leitfigur im Kampf gegen den Liberalismus» ab. Auch die NZZ hält nicht viel vom «EU-Aussenseiter » Orbán, der von «Gleichgesinnten wie ein Held» gefeiert werde. Die aus unserer Sicht bedeutende Rede des Premierministers dokumentieren wir in dieser Ausgabe. R. K.

 

«Ich bin ein altmodischer Freiheitskämpfer»: Lesen Sie Viktor Orbáns Rede auf Seite 46

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