Wäre Schönheit ansteckend, keiner wollte sie haben. Im Gegenteil, ein Kreuz schlüge man eilig, träfe man sie auf der Strasse. Denn keiner, der sein wollte wie alle – schön. Schönheit ist begehrt, weil sie rar ist, weil sie selten ist wie ein Kalb mit zwei Köpfen. (Das ist kein zierlicher Vergleich, einverstanden, aber er ist angemessen in dem folgenden Zusammenhang.)
Ansteckend ist Schönheit nicht; doch fatalerweise ist die Sehnsucht nach ihr ein viruÂlentes Phänomen. Und besonders epidemisch grassiert das Begehren nach schuldlos unschuldigem, nach ästhetischem Ebenmass in Zeiten materieller Not. Fehlt zu Hause das Brot, sehnt man sich nach Kuchen.
Das Victoria and Albert Mu ...