Am 7. April 2003 wurde der kubanische Dichter und Journalist Raúl Rivero in einem eintägigen Prozess in Havanna zu zwanzig Jahren Gefängnis verurteilt. Er war einer von fünfundsiebzig Regimekritikern, auf die damals der kubanische Staat seine paranoide Boshaftigkeit niederfahren liess. 1995 hatte Rivero die unabhängige und deshalb illegale Presseagentur Cuba Press gegründet. Seine poetischen, ironischen, schillernden Artikel über die Widrigkeiten des kubanischen Alltags erschienen im Internet und in ausländischen Zeitungen und Magazinen, hin und wieder auch in der Weltwoche. Der 1945 geborene Rivero wurde zur publizistischen Stimme eines anderen Kuba, und wann immer ein ausländisch ...