Noch hat die Bundesratswahl kaum begonnen, da stellen sich schon Gefühle des Überdrusses ein. Grund ist die Weigerung der meisten Parteien, sich an eingeübte Regeln unserer Demokratie zu halten. Den Leuten am Fernsehgerät wird täglich eingehämmert, wir hätten einen krachenden Sieg der «neuen Mitte» erlebt mit den beiden Königsmachern Martin Bäumle (GLP) und Hans Grunder (BDP). Tatsache ist, dass die beiden Aufsteiger jeweils knapp 5 Prozent der Stimmen erreichten. Das ist in Deutschland die gesetzliche Untergrenze für einen Sitz im Parlament. In der Schweiz machen die Kleinstparteien den wählerstärksten Kollegen aus der SVP im Oberlehrerstil bereits Vorschriften für d ...