Politik ist Aufführung, Schauspiel, manchmal absurdes Theater. So war es letzte Woche beim Staatsbesuch in Bern. EU-Kommissions-Präsident Jean-Claude Juncker sprach von «Kaiserwetter». Wenigstens meteorologisch durfte er sich als Kaiser fühlen. Die anwesenden Schweizer Politiker strahlten und schnurrten wie Kätzchen. Es wurden ein paar unbedeutende Verträge unterschrieben und Geldbeträge, die noch nicht bewilligt sind, versprochen. Alles sah aus wie richtige Politik, aber am Ende blieb der Eindruck einer aufwendig produzierten, aufgekratzten Leere. Es war ein Tanz um fast nichts, wobei sich die Hauptdarsteller jede nur erdenkliche Mühe gaben, es nach etwas aussehen zu lassen.
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