In Kolumbien werde zu leicht gestorben, schreibt Peter Schultze-Kraft, einer der besten Kenner und Vermittler lateinamerikanischer Literatur. «So leicht und schnell, dass der Sterbende und die Zeugen des Todes oft gar nicht richtig mitbekommen, was das Sterben ist.» In Kolumbien wird auch zu leicht, ja leichtfertig übers Sterben geschrieben, in Zusammenhang mit den Attentaten der Drogenbanden, paramilitärischen Schwadronen, Guerrillaeinheiten und Sonderkommandos von Polizei und Militär. Denn die zeitgenössischen Schriftsteller des Landes thematisieren die soziale und kriminelle Gewalt zwar ausführlich, neigen aber dazu, sie durch die krude Art der Darstellung zu sanktionieren. Schultz ...