Terry Eagleton, der vergnüglichste Marxist der Gegenwart und pointierteste Vermittler der Literaturtheorie respektive Ideologiegeschichte, wagt sich in seinem jüngsten Werk an die grosse Frage schlechthin: Das Buch heisst lapidar «Der Sinn des Lebens» (Ullstein-Verlag). Für Schopenhauer war schlicht ein Idiot, wer die Sinnlosigkeit des Daseins bezweifelt. Eagleton lässt sich davon nicht beirren. Der grantige Denker stachelt ihn an, erst recht in die Arena der Sinnsucher zu steigen und manches Nebelwesen darin auszuschwefeln. Liegt der Sinn darin, glücklich zu sein? Oder ein guter Mensch zu werden? Oder ist die Liebe dieser Sinn? Eagleton sieht ihn eher in der Möglichkeit, lustvoll un ...