Bücher der Woche
Von Angesicht zu Angesicht
Emmanuel Levinas: Zwischen uns – Versuche über das Denken an den Anderen. Hanser (2007)
Was eigentlich heisst es, ein Gesicht zu haben? Gewiss ist, man hat es zuallererst nicht für sich, sondern für den Anderen. Das Gesicht als Dialogangebot. Das verhindert wird, wenn beispielsweise muslimische Frauen sich verschleiern oder Regierungen der Bevölkerung pandemiebedingt anordnen, sich mit einem Mund-Nasen-Schutz zu bedecken. Dahinter verschwindet das «Antlitz des Anderen», wie Emmanuel Levinas es ausdrücken würde. Der französisch-jüdische Philosoph (1905–1995) gehört zu den Denkern eines extremen Humanismus. Wie und unter welchen Voraussetzungen finden Menschen in eine Begegnung? Wie können sie sich einander zuwenden und einander zugewendet bleiben? Das � ...

