Der Mann liegt bäuchlings auf einer Holzpritsche, das Gesicht schmerzverzerrt in ein Kissen gedrückt. Am Hinterkopf ist die Haut aufgeschnitten, ein Teil V-förmig hochgeklappt. Der Arzt blickt auf die Schädeldecke. Hier wird er gleich den Bohrer ansetzen. Das handbetriebene Instrument ist mit den Zähnen eines Tiers bestückt. Drei Helferinnen in geschnürtem Mieder und bauschigem Rock halten den Patienten fest. Die Schädelbohrung soll ihn endlich von den höllischen Kopfschmerzen befreien, die ihn seit Jahren plagen.
Bis ins 17. Jahrhundert war diese Behandlung in Europa verbreitet. Der britische König Wilhelm III. von Oranien (1650 bis 1702) wurde mit siebzehn solcher Bohrungen beha ...