Die Bilder des französischen Politikers Dominique Strauss-Kahn, der in Handschellen dem Haftrichter in New York vorgeführt wurde, gingen um die Welt. Der sogenannte perp walk, bei dem ein Verdächtigter in aller Öffentlichkeit bereits wie ein verurteilter Schwerverbrecher behandelt wird, ist zwar eine amerikanische Spezialität, die in Europa undenkbar erscheint. Allerdings steht es mit der Unschuldsvermutung hierzulande auch nicht sehr viel besser. Eine ins Visier der Justiz geratene Person ist heute kaum noch davor geschützt, bereits ab Beginn der Ermittlungen als schuldig angesehen zu werden. Vor allem nicht, wenn sie prominent ist.
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