Das Heil kommt von den Juden (Johannes 4,22). Jesus sagt diesen Satz zur Samaritanerin am Brunnen in Sychar. Die Frau widmet, wie Millionen von Frauen damals und heute, einen bedeutenden Teil ihrer Lebenszeit dem Wassertragen. Jesus redet zu ihr vom Wasser, das ins ewige Leben sprudelt, und weckt damit ihren Wunsch, von der täglichen Mühsal mit den Eimern befreit zu werden. Die Befreiung von Last und Leiden ist der Ursprung einer Geschichtsphilosophie, wie sie die griechisch-römische Antike nicht kannte. Im Judentum hat die Geschichte eine Richtung und einen Sinn, der vom Sinn der menschlichen Existenz nicht zu trennen ist. Anders als im Griechentum ist das Individuum kein Obj ...