«Das Wesen der Krankheit ist so dunkel als das Wesen des Lebens.»
Dieses Motto, welches Thomas Bernhard seinem Roman «Amras» voranstellt, könnte für sein ganzes Leben gelten. Schon seine Geburt beginnt mit einem Geheimnis. Herta Bernhard flüchtet von Österreich in die Niederlande und bringt dort am 9. Februar 1931 ihren Sohn in einem Heim für ledige Mütter zur Welt. Um der Schande eines unehelichen Kindes zu entkommen, reist sie erst ein halbes Jahr später nach Wien zurück, wo das Kind bei seinen Grosseltern aufwächst.
Bernhards Grossvater, Johannes Freumbichler, ein Schriftsteller für Heimat- und Bauernromane, wird zu seiner wichtigsten Bezugsperson. «Er war mein gross ...