Die Frage ist moralisch brisant: Kann man aus verseuchten Quellen fischen, ohne sich dabei schmutzig zu machen? Kann man den Fünfer und das Weggli haben? Das Kunstmuseum Bern glaubt, das Kunststück fertigzubringen. Feierlich hat man sich bereit erklärt, die berüchtigte Sammlung des deutschen Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt als Erbgeschenk von dessen Sohn Cornelius anzunehmen. Das ist insofern brisant, als Gurlitt nachweislich zu den prominentesten Kunsthändlern der Nationalsozialisten gehörte und beim Erwerb seiner imposanten Sammlung jahrelang auch vom Elend jüdischer Familien profitierte, denen Kunstwerke entweder gestohlen oder in Notverkäufen entwunden wurden. Gurlitt war a ...