Von Mäusen und Maschinen
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Von Mäusen und Maschinen

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Von Mäusen und Maschinen

Politische Absichten verdrehen sich oft ins Gegenteil. Am Beispiel des neuen BMW M5 wird das deutlich.

Leider weiss ich nicht mehr, wo ich die Geschichte gehört habe, aber sie ist zu schön, um nicht nochmals erzählt zu werden: In der Schweiz wurde mancherorts noch bis vor kurzem eine sogenannte Schwanzprämie für das Fangen von Mäusen bezahlt, um Schäden von der Landwirtschaft abzuwenden. Als Beweis für eine erlegte Maus wurde der abgeschnittene Schwanz der entsprechenden Behördenstelle vorgelegt.

BMW Group. For Editorial Use only. For any other purposes contact Fabian Kirchbauer mail@fabiankirchbauer.com
Fabian Kirchbauer Photography
BMW Group. For Editorial Use only. For any other purposes contact Fabian Kirchbauer [email protected]

Geschäftstüchtige junge Leute kamen darauf auf die Idee, Mäuse zu züchten, um so effizient zu den Prämien – in der Regel einen Franken pro Schwanz – zu kommen. Die Anekdote ist ein beinahe schon ein romantisches Beispiel dafür, wie politische Anreizstrategien oder Vorschriften zu ungewollten Ergebnissen führen können, die letztlich die gute Absicht ins schlechte Gegenteil verkehren.

Gar nicht so viel anders verhält es sich mit den Vorschriften, welche die EU für Personenwagen und Nutzfahrzeuge erlässt. In Etappen wird auf das Verbot der Zulassung von Verbrennermotoren ab dem Jahr 2035 hingearbeitet. Bei Androhung von schmerzhaften Bussgeldern werden die Automobilproduzenten gedrängt, verbrauchsärmere Fahrzeuge und vor allem Elektroautos zu bauen. Was zählt, sind einzig die Verbrauchswerte in einem laborartigen Test, wobei weder die energieintensive Herstellung der Batterien für E-Autos, noch der Strommix für das Laden der Akkus in die Bewertung einfliesst.

Dieser politischen Vorschriftslogik folgend, hat BMW den neuen M5 auf eine neue technologische Basis gestellt. Anstelle des bisherigen V8-Biturbomotors gibt es nun einen hochkomplexen Plug-in-Hybrid-Antriebsstrang, der bereits im wuchtigen Power-SUV XM erprobt werden konnte. Der BMW M5 CS, das bislang leistungsstärkste Modell der Super-Limousinenreihe kam bei 635 PS auf 11,3 Liter Benzinverbrauch auf 100 Kilometer im WLTP-Zyklus. Der Hybrid-M5 mit V8-Triebwerk und E-Maschine kommt auf eine enorme Systemleistung von 727 PS bei einem Testverbrauch von 1,7 Litern und kommt in die Effizienzkategorie B.

Ist die Batterie vollgeladen, kann der neue M5 maximal 69 Kilometer emissionsfrei elektrisch rollen, danach muss der V8-Motor aber deutlich mehr Gewicht bewegen als bisher. Das teilelektrifizierte Modell ist nämlich rund eine halbe Tonne schwerer als der konventionelle M5 früherer Jahre und wiegt jetzt so viel wie ein grosses SUV. Die Fahrleistungen bleiben bei viel höherem technischen Aufwand fast identisch mit dem Vorgänger. Der Gesamtverbrauch dürfte dadurch exponentiell steigen. Und vor allem, wenn man den BMW M5 so bewegt, wie es diesem Kraftfahrzeug – durchaus im Wortsinn! – entspricht: auf langen Autobahnstrecken. Womit vermutlich das Gegenteil erreicht wird von dem, was politisch eigentlich beabsichtigt war.

 

BMW M5

Motor/Antrieb: 8-Zylinder TwinTurbo V8, Elektromotor, 8-Gang-Automatik, Allradsystem; Hubraum: 4395 ccm; System-Leistung: 727 PS/535 kW; max. Drehmoment: 1000 Nm; Hochvoltspeicher: 18,6 kWh (netto); max. Ladeleistung: 7,4 kW; Reichweite (elektrisch): 67–69 km (WLTP); Verbrauch (WLTP): 0,8–1,1 l/100 km; Beschleunigung (0–100 km/h): 3,5 Sek.; Höchstgeschwindigkeit: 250/305 km/h; Preis ab: Fr. 159.800.–

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