Der Juli ist der scheusslichste Monat im Leben eines Kritikers. Man wagt sich kaum noch ins eigene Büro. Da stehen Regale voller stummer Anklagen: die unbesprochenen Rezensionsexemplare der Frühlingssaison, lieblos zusammengepfercht; einige Stapel sind bereits resigniert umgekippt. Und in den Regalen daneben türmen sich schon die Druckfahnen der Herbstnovitäten. Um nur einige klingende Namen dieses Jahres zu nennen: Von Philip Roth erscheint «Verschwörung gegen Amerika», von Tom Wolfe der Anti-Campusroman «Ich bin Charlotte Simmons», von Michel Houellebecq «Die Möglichkeit einer Insel».
Allen gewiss zu Unrecht ignorierten Frühjahrsautoren kann man lediglich noch ein robustes Sel ...