Einmal fragte ich Michael bei einem seltenen Treffen bei ihm zu Hause, ob wir die «Tagesschau» einschalten können. «Klar», sagte er, «aber ohne mich.» Bei der Wettervorhersage kam er ins Zimmer zurück und sagte: «Ich werde nie verstehen, wo du diesen Horror jeden Tag hintust, wenn du nichts ändern kannst. Ich halte das nicht aus. Vielleicht kann das irgendwann jemand ändern, aber wir sicher nicht.» Michael ist einer meiner ältesten, engsten Freunde und wahrscheinlich mein weisester. Seit vor etwa zwanzig Jahren bei ihm eine manisch-depressive Erkrankung Âdiagnostiziert Âwurde, schluckt er Pillen. Sie brächten ihn, sagt er, meist einigermassen in Einklang mit den Normalen. Od ...