Schon wahr: Nüchtern betrachtet, ist Wein nichts als vergorener Traubenmost, und ein Materialist mag ihn auch in den elaboriertesten, finessenreichsten Varianten so trinken. Als das, was er ist. Allein, Wein bedeutet auch eine ganze Menge, er hat einen kulturellen, spirituellen, magischen Stellenwert, einmal abgesehen vom Effekt der darin enthaltenen Substanz C2H5OH. Sein transitorisches Potenzial sucht im banalsten Sinn der Stadtstreicher mit seiner Literflasche unter der Brücke; im sublimsten ist es der Grund, weshalb Wein so wichtig ist in der Liturgie der Eucharistie, der Wandlung. Das ist gewiss der Hauptgrund, weshalb die katholische Kirche, im Grossen ohnehin die Erbin des römische ...