Jedes Kind kennt ihn. Nero, Kaiser von Rom, der Schrecklichste von allen. Er liess seine Mutter von einer Horde Matrosen zu Tode prügeln. Er fiedelte, während seine Stadt in Flammen unterging. Er bezichtigte die Christen der Brandstiftung und verbrannte sie als lebendige Fackeln in seinem Park. Er trat seiner schwangeren Frau in den Bauch und trampelte sie zu Tode. Er kastrierte einen Lustknaben und heiratete ihn. Er wandelte in Frauenkleidern. Und als er nach Jahren der Völlerei ausweglos dem Tod ins Antlitz sah, brach er – «Welch ein Künstler stirbt in mir!» – jäh in wehleidiges Jammern aus.
Das ist unser Nero, den die Geschichtsschreibung während 2000 Jahren als Archetyp der ...