Der Titel verspricht Action und szenische Effekte als betörendes Gift. Und weil’s ein asiatisches Opus ist, angesiedelt im China des 9. Jahrhunderts, entstehen reflexartig Bilder von dunklen Gestalten, die wie Nachtfalter aus den Bäumen schwirren und in flügelschlagenden Gewändern durch die Luft wirbeln. Doch ein handfester Stoff für Martial-Arts-Schlemmer ist «The Assassin» des Taiwanesen Hou Hsiao-Hsien nicht. Im Gegenteil: Der Mann gilt als Meister des kontemplativen Minimalismus («A City of Sadness»), dessen Besonderheit sich aus Bildkompositionen zusammensetzt, die in Stimmungstiefen gravitieren, mit hurtigen Handlungstempi geizen und deshalb wohl eher nur eine elitäre Minde ...