Mit einem Kino wie dem iranischen wird reflexartig Spezialistenfilmkunst assoziiert und politisch korrekte Betroffenheit annonciert; wird es vom Publikum gelobt und ausgezeichnet, dann aus den genannten Gründen. Als auf der Berlinale der iranische Beitrag «A Separation» («Nader und Simin – eine Trennung») gelaufen war, war die Begeisterung derart spontan, dass sie unmöglich einer politisch korrekten Verpflichtung geschuldet sein konnte. Sie war – reden wir nicht um den heissen Brei herum – eben nicht verlogen. Was der iranische Regisseur und Autor Asghar Farhadi mit seinem Ehedrama und Krimi zugleich präsentierte, ist grosses Kino.
Nader und Simin sitzen vor dem Scheidungsrichte ...