Was schert uns John Dowland? Könnte einer fragen, und, mit gleichem Recht: Was kümmert uns Shakespeare, Dowlands Zeitgenosse? Wenig, wenn wir die Theaterpraxis in diesen «postdramatischen» Zeiten bedenken. Das grösste Lied-Genie des 16./17.Jahrhunderts hat da, verglichen mit Shakespeare, noch Glück, ihn rettet sein relativ diskreter Nachruhm. Das heisst: Anderseits ist eben dies auch sein Pech. Mag man bei Letzterem den Unfug beklagen, den die sogenannt zeitgenössischen Bühnen mit ihm anstellen, ist’s bei Dowland eher umgekehrt: Den entrückt die «historische Aufführungspraxis» in ein ungefähres mythisches Neverland. Dabei wandte sich doch der historische Dowland, den es ze ...