Herz aus Portland
Erst zirpt bloss eine US-Grille. Dann setzen Gitarren ein, Bass, verhaltenes Schlagzeug. Gemütlich? Ja, gemütlich, das ist hier aber ausnahmsweise kein Schimpfwort. Fünfzehn leise und lautleise Songs, fünfzehn sepiagetönte Fotos aus der Gegenwart, die erstaunlicherweise aussieht wie die Vergangenheit. M. Ward zelebriert aussergewöhnlich delikaten, so herzlichen wie postmodernen Bluesfolkrock aus Portland USA. Und wagt sich zu guter Letzt auch an «Let’s Dance», den Discosong von Bowie. Sogar dies klappt ganz erstaunlich in diesem staubigcountryesken Format. Diese Musik ist nicht zeitlos, denn sie hat viel Zeit. Erstaunlich einnehmend.
M. Ward: Transfiguration of ...