Am 16. Juli 1799 taucht vor dem südamerikanischen Küstenort Cumaná eine spanische Fregatte auf; an Bord auf den Fiebertod kranke Passagiere. Einer aber ist gesund. Nach wochenlanger Überfahrt von Europa her eilt er an den von Palmen gesäumten Strand – und steckt ein Thermometer in den Sand. Es zeigt 37 Grad Celsius. Es ist der Auftakt zu einer der berühmtesten Reisen der Geschichte und zu einem grossen Missverständnis, das sich bis heute hält. Alexander von Humboldt gilt als der pingelige, manische Vermesser: kaum einen Blick für die Schönheit der Natur, bloss die buchhalterische Datenerhebung im Sinn. Ein Vorurteil, das Daniel Kehlmann in seinem Bestseller «Die Vermessung der W ...