In internationalem Glanz durfte sich die Schweiz nicht lange sonnen. Am 9. Mai wurde sie in den neuen Uno-Menschenrechtsrat gewählt – ein Prestigeprojekt von Micheline Calmy-Rey. Stolz beschwor das Aussendepartement damals «neue Hoffnung», «neuen Elan» und «neue Horizonte». Vier Monate später ist Demut angesagt. An der zweiten Session des Rats, der derzeit in Genf tagt, muss die Schweiz harten Tadel einstecken. Doudou Diène, der Uno-Sonderberichterstatter über zeitgenössische Formen von Rassismus, rassischer Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und entsprechender Intoleranz (wie der ganze Titel lautet), kritisiert das Gastgeberland auf allen Ebenen. Das politische Klima sei von ...